Früherkennung

Eltern-Kind-Entfremdung ist ein strukturelles Problem, das Väter und Mütter nach Trennung und Scheidung gleichermassen betreffen kann. Eltern-Kind-Entfremdung kann ganz unterschiedliche Ursachen haben und hat oft sehr komplexe Motivlagen

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Überlebensstrategien

Allen Kindern beide Eltern! Wie überlebe ich die Trennung von meinem Kind? Hilfe, ich sehe mein Kind nicht mehr! Mögliche Überlebensstrategien bei ElternKind-Entfremdung... Kennen Sie das?

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Weil du mir gehörst

Am 12. Februar 2020 – zur besten Sendezeit um 20:15 – wird die ARD den Spielfilm „Weil du mir gehörst“ ausstrahlen. Dieser Film zeigt, wie Trennungskinder und ihre Eltern nach anhaltenden Konflikten eine gespaltene Familie werden.

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Das Phänomen der Eltern-Kind-Entfremdung

Nach einer Studie des Deutschen Jugend Instituts haben in Deutschland 17,5% der Trennungskinder keinen Kontakt mehr zum anderen Elternteil (überwiegend zum Vater). 25% haben nur selten Kontakt. Das kann zwei Gründe haben:

  • Der abwesende Elternteil hat von sich aus den Kontakt abgebrochen und kümmert sich nicht um sein Kind (eventuell schon während der Schwangerschaft) oder
  • der abwesende Elternteil möchte gerne sein Kind versorgen und erziehen, wird aber daran gehindert (bis hin zum Umgangsausschluss durch ein Familiengericht).

Eltern-Kind-Entfremdung ist ein Phänomen, das auf Umgangsbehinderung und Umgangsboykott folgt und das tausende Trennungskinder und ihren ausgeschlossenen (entfremdeten) Elternteil betrifft. Eltern-Kind-Entfremdung ist ein strukturstabiles Phänomen, das sowohl Väter als auch Mütter treffen kann. In diesen Fällen werden Trennungskinder häufig vom hauptbetreuenden Elternteil so manipuliert, dass sie behaupten, keinen Kontakt zum anderen Elternteil zu wollen und diesen selbst ablehnen.

Eltern-Kind-Entfremdung wurde zunächst unter dem Begriff des „Parental Alienation Syndrom (PAS)“ bekannt. Leider rief dieser Begriff sofort viele Gegner auf den Plan, die sich sowohl dem Blick auf das Kind als auch den zahlreichen folgenden (hauptsächlich internationalen) Studien, Forschungsergebnissen sowie der neueren Literatur verschließen. Eltern-Kind-Entfremdung bzw. Kontaktabbruch macht es nötig auf das gesamte Familiensystem und seine Geschichte zu blicken, ohne einseitige Schuldzuweisungen und geschlechtsneutral, im besten Interesse des Kindes.

Eltern-Kind-Entfremdung: In akuten Trennungskrisen leiden Kinder vor allem unter dem Loyalitätskonflikt zu den Eltern, der häufig mit der Parentifizierung zum betreuenden Elternteil einhergeht. Feststellbar ist, dass die Entfremdung des Kindes von einem getrennt lebenden Elternteil, von Mutter oder Vater dann eingesetzt wird, wenn sie die alleinige Verfügungsmacht über das gemeinsame Kind anstreben.

Kontaktabbruch ist ein überwiegend männlich/väterliches Phänomen, wenn der Vater seine Rolle nicht annimmt bzw. nicht annehmen kann. Kontaktabbruch findet nicht selten schon während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes statt, so dass die betroffenen Trennungskinder „vaterlos“ aufwachsen müssen.

Obwohl Eltern-Kind-Entfremdung in intakten Familien beginnen kann, tritt sie am häufigsten nach dem Ende der elterlichen Beziehung auf.

Die Sozialprognose für betroffene Kinder ist denkbar schlecht und reicht von posttraumatischen Belastungsstörungen über Drogensucht bis hin zu erhöhtem Suizidrisiko.

Eltern-Kind-Entfremdung ist eine ernsthafte Form von familiärer Gewalt.

Obwohl es einen fachlichen Konsens darüber gibt, was es ist und welche Ursachen sie hat, ist es nötig ihr größere Aufmerksamkeit zu schenken, zu informieren und valide Interventionen und Behandlungen zu etablieren.